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von Thomas Müller

Als vor ca. 2800 Jahren der Ruf Gottes an den Propheten Jona erging, den Bewohnern von Ninive ein Strafgericht wegen ihrer Schlechtigkeit anzudrohen, wollte er sich dieser Aufgabe entziehen, weil er sich dieser Aufgabe nicht gewachsen fühlte. In diesen Tagen ist diese historische Region mit ihrer Hauptstadt Mossul wieder Thema der Berichterstattung, nicht weil ihre Bewohner so verdorben seien, nein weil sie vielmehr Opfer der grausamen, ja barbarischen Truppen des „Islamischen Staates“ sind. Und jetzt sind wir es, die uns nicht weigern dürfen, diesen Menschen, die zu hunderttausenden aus ihrer Heimat fliehen, unsere Hilfe und unser Mitgefühl angedeihen zu lassen.


„Die Dschiha- disten des Kalifats kamen gegen 23 Uhr und zwangen die Einwohner, ihre Wohnungen umgehend zu verlassen. Viele mussten sogar im Schlafanzug fliehen“, berichtet Schwester Luigina von den chaldäischen Nonnen der Immaculata über die Vertreibung der Einwohner der christlichen Dörfer der Ninive-Ebene. Auch aus Qaraqosh, der größten christlichen Stadt des Irak und aus allen umliegenden Dörfern wurden die christlichen Einwohner vertrieben. „Sogar das Dorf Alqosh, in dem seit jeher ausschließlich Christen leben, musste verlassen werden“, so die Ordensfrau.



Neben den orientalischen Christen sind es die Yeziden, die Opfer des IS-Terrors geworden sind und einen hohen Blutzoll zu beklagen haben: 130.000 Menschen sollen aus der Yeziden-Hochburg Sindschar in die Städte Dohuk und Erbil im kurdischen Autonomiegebiet geflohen sein. In Sindschar selbst sind von den ehemals rund 300.000 Einwohnern nur noch 25.000 verblieben. Die Islamisten hatten den Yeziden ein Ultimatum gestellt, entweder zum Islam überzutreten oder getötet zu werden. Auch wurde bekannt, dass gefangene yezidische Frauen und Mädchen als Sklaven verkauft wurden.

Die Kenntnis über diese alte Religionsgemeinschaft, deren Wurzeln bis in die Zeit vor Judentum, Christentum oder Islam zurückreichen, ist hierzulande nur gering, meistens aus der Lektüre von Karl Mays „Durchs Wilde Kurdistan“. Um Näheres über die Religion, die Situation im Nord-Irak sowie über Möglichkeiten der Hilfe zu erfahren, lud der in Moers ansässige „Arbeitskreis Menschenrechte“ (AKM) Anfang September Mitglieder der Yeziden-Gemeinde aus dem niederrheinischen Emmerich ein.

Das Schicksal seiner Glaubens-geschwister sei schon deshalb besonders ernst, weil es von den Yeziden weltweit nur rund 1 Million gibt, von denen sich die Hälfte auf der Flucht befinde, so Sinan Erkis, der mit 4 Jahren am Niederrhein ansässig wurde und heute als Industriekaufmann tätig ist. „Große Verbündete gibt es nicht, wohl aber allein in Deutschland knapp 100.000 Mitglieder“, betont er, „die nun versuchen, auf das Schicksal im Nord-Irak aufmerksam zu machen und Hilfe zu organisieren.“

Auf die Sitten und Gebräuche angesprochen erklärte er, dass es im Unterschied zum Islam kein Alkoholverbot gäbe und die Einehe praktiziert werde, auch gebe es keine heiliges Buch. Der Mittwoch sei im Yezidentum das, was im Christentum der Sonntag und im Islam der Freitag ist. Denn der Überlieferung zufolge habe Gott die Erde an einem Mittwoch erschaffen. Aus diesem Grunde werde am ersten Mittwoch im April von den Yeziden der Neujahrstag begangen. Yezide könne man nur sein, wenn man yezidische Eltern habe. Beim Yezidentum handele es sich um eine monotheistische Religion, und zwar „um eine von mehreren“, weshalb auch keine missionarische Aktivitäten entfaltet würden. „Ein Yezide kann ein guter Mensch sein, aber nicht jeder gute Mensch muss Yezide sein.“ Yezidische Religionskriege habe es nicht gegeben. Das Verhältnis zu den Christen sei gut. So seien es Yeziden gewesen, die in der Schlussphase des Osmanischen Reiches verfolgten Armeniern Schutz gewährten.

Leben im Rohbau

Von einigen islamischen Fanatikern werden die Angehörigen dieser altorientalischen Religion als „Teufelsanbeter“ diffamiert. Hintergrund dafür ist die Mythologie, wonach der Oberste der Engel, Taus-i-Melk, symbolisiert durch einen Pfau, vorübergehend bei Gott in Ungnade fiel - aber später rehabilitiert und wieder als Oberhaupt eingesetzt wurde. Der Vorwurf, Taus-i-Melk habe mit dem Teufel paktiert, sei schon deshalb unsinnig, „weil es nach yezidischer Lehrer überhaupt keine Kraft des Bösen, also auch keinen Teufel, gibt“, erklärt Sinan Erkis weiter.

Die Situation der Flüchtlinge in der Autonomen Region Kurdistan im Nord-Irak ist ernst. Dabei sei das ethnisch-religiöse Klima von großer Toleranz geprägt. Das Problem besteht darin, dass die Autonome Region mit rund 1,7 Millionen Flüchtlingen absolut überfordert ist. Sowohl Christen als auch Yeziden strömen in dieses Gebiet, weil sie außerhalb ihres Lebens nicht mehr sicher sind. Die Menschen sind in Zelten untergebracht oder vegetieren in Rohbauten dahin; die medizinische Versorgung ist bei weitem nicht ausreichend. Dazu kommen noch die zahlreichen Flüchtlinge, die sich in den Bergen versteckt halten. Sobald Herbst oder Winter und damit die kalte Jahreszeit angebrochen ist, droht sich die humanitäre Situation noch weiter zu verschlechtern.


Yezidische Gemeinden versuchen durch Hilfstransporte, ihre Glaubensgeschwister mit Lebensmitteln, Wasser, Matratzen, Zelten, Babynahrung, Windeln und Medikamenten zu unterstützen. Von katholischer Seite ist es u.a. die Gemeinschaft Sant’ Egidio, die ebenfalls solche Aktivitäten entfaltet. Der „Arbeitskreis Menschenrechte“ (AKM) möchte diese wertvollen Initiativen unterstützen und ruft deshalb zu Spenden auf das AKM-Konto bei der Sparda-Bank West eG auf: IBAN: DE61 3706 0590 0000 1572 75 (Kennwort: Nordirak). Für eingehende Gelder werden Spendenquittungen zur Vorlage beim Finanzamt besorgt. Weitere Auskünfte sind erhältlich bei AKM-Sprecher Thomas Müller, Am Pandyck 31, 47443 Moers, Tel. 02841-9163753, E-Mail: info@akm-online.info, Homepage: www.akm-online.info.

Besuch von der yezidischen Gemeinde