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Quellen: Ev. Nachrichtenagentur idea e.V., www.idea.de; Internationale Gesellschaft für Menschenrechte / IGFM, http://www.religionsfreiheit-igfm.info

Als Gefangenen des Monats Mai 2017 haben die Internationale Gesellschaft für Menschenrechte (IGFM) und die Evangelische Nachrichtenagentur idea den in Eritrea inhaftierten Pfarrer Ogbamichael Teklehaimanot benannt. Teklehaimanot ist Hauptpastor der Kirche Kale Hiwot (Wort des Lebens) und einer der Langzeitgefangenen des ostafrikanischen Landes. Seine 1974 gegründete Kirche steht den Baptisten nahe und zählt damit zu den religiösen Minderheiten. Die Regierung Eritreas verfolgt alle Bürger, die andere Religionen bzw. Konfessionen praktizieren als die vier staatlich anerkannten. Anerkannt sind lediglich der sunnitische Islam sowie die eritreisch orthodoxe, die römisch katholische und die lutherische Kirche.

Die Polizei verhaftete Ogbamichael Tekle- haimanot am 9. Januar 2005 in Barentu, der Hauptstadt der Provinz Gash-Barka im Westen Eritreas: Er hatte einen Trau- gottesdienst geleitet, obwohl seine protestantische Kirche nicht staatlich anerkannt ist. Die Polizei brachte ihn zunächst in die Landeshauptstadt Asmara und dann in das Militärlager Sawa im Nordwesten des Landes. Er verbrachte die ersten zehn Monate in Einzelhaft und musste dann schwerste Zwangsarbeit leisten. Erst im Jahr 2011 kam er vorübergehend frei. Bereits ein halbes Jahr später verhaftete ihn die Polizei erneut. Ein Gemeindemitglied, das von den Behörden überwacht wurde, war ins Ausland geflohen und hatte den Pastor angerufen. Was dem Pastor konkret vorgeworfen wird, ist nicht bekannt. Er wird gegenwärtig im Gefängnis von Barentu gefangen gehalten.

Eritrea wird seit seiner Unabhängigkeit von Äthiopien im Jahr 1993 von Isayas Afewerki regiert. Er war Generalsekretär der marxistischen Eritreischen Volksbefreiungsfront, die sich ausschließlich aus christlichen Ethnien rekrutierte. Afewerki herrscht als Staatspräsident und Regierungschef diktatorisch über das knapp sechs Millionen Einwohner zählende Land am Roten Meer.

>>> Bitte helfen Sie mit, die Freilassung dieses zu Unrecht inhaftierten Christen zu erreichen, indem Sie das nachfolgende Schreiben kurzfristig an die genannten Stellen schicken.

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Seine Exzellenz
Staatspräsident Isayas Afewerki
c/o: Botschaft des Staates Eritrea
Stavangerstrasse 18
D-10439 Berlin

Fax: 030-44674621
E-Mail: embassyeritrea@t-online.de




Sehr geehrter Herr Präsident,

ich schreibe Ihnen, um Sie auf das Schickal des eritreischen Pastors Ogbamichael Teklehaimanot aufmerksam zu machen. Er ist mit einer sechsmonatigen Unterbrechung seit Januar 2005 in Haft. Er hatte damals an einem evangelischen Traugottesdienst in Barentu teilgenommen. Weitere Vorwürfe haben die Behörden gegen den Pastor nicht erhoben.

Auch wenn die Kale-Hiwot-Kirche von Pastor Teklehaimanot nicht staatlich anerkannt ist, gehört die Teilnahme an und die Ausübung von friedlichen religösen Zeremonien zum Kern des Rechtes auf Religionsfreiheit. Das Völkerrecht ist auch für Eritrea bindend. Eritrea hat aus freien Stücken den Internationalen Pakt über bürgerliche und politische Rechte ratifiziert. Der Freiheitsentzug ohne Anklage und faires Verfahren verletzt diesen Vertrag.

Eine Haftstrafe – und dazu noch eine mehrjährige – für die Teilnahme an einem Gottesdienst ist zudem eine völlige Missachtung des Grundsatzes der Verhältnismäßigkeit.

Ich appelliere daher an Sie, umgehend und ohne Auflagen die Freilassung von Pastor Ogbamichael Teklehaimanot zu erwirken.

Hochachtungsvoll





KOPIEN:

>>> Auswärtiges Amt, Berlin, Fax: 03018-17-3402, E-Mail: poststelle@auswaertiges-amt.de     

>>> Deutscher Bundestag, Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Fax: 030-227-36051, E-Mail: menschenrechtsausschuss@bundestag.de