ARBEITSKREIS MENSCHENRECHTE (AKM)
◆ Working Group for Human Rights ◆

PARAGUAY: Kirchlicher Umweltschützer angegriffen

Quelle: Amnesty International, https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/paraguay-umweltschuetzer-Rubén-Irala-angegriffen

Rubén Irala, Menschenrechtsverteidiger und Koordinator des (katholischen) Sozialdienstes der Diözese Guairá, wurde am 20. März 2026 in der Siedlung 23 de Diciembre im Departamento Caazapá Opfer eines bewaffneten Überfalls. Angesichts früherer Drohungen steht der Angriff höchstwahrscheinlich im Zusammenhang mit seinem Einsatz für den Umweltschutz und für von Umweltzerstörung betroffene Gemeinschaften. Die paraguayischen Behörden müssen das Motiv für den Angriff gründlich untersuchen und angemessene Schutzmassnahmen für Rubén Irala und seine Familie treffen.

Rubén Irala ist der Koordinator des Sozialdienstes der Diözese Guairá, einer zur katholischen Kirche gehörenden Organisation, die sich aktiv für die Lösung sozio-ökologischer Konflikte in der Region einsetzt. Nachdem er den Tag zuvor mit seinem Team an der Beilegung eines Territorialkonflikts gearbeitet hatte und zurück zur Sozialdienststelle in Villarica fahren wollte, versuchte ein Bewaffneter, seinem Fahrzeug den Weg zu verstellen, wies ihn an, das Auto zu verlassen, und gab Schüsse in die Luft und auf die Reifen ab. Rubén Irala versuchte zu fliehen, wurde aber ein paar Meter weiter von drei Männern gestoppt. Sie waren vermummt und trugen Gewehre. Die Männer eröffneten das Feuer auf sein Fahrzeug und trafen die Front und die Seite. Trotz des Angriffs gelang es Rubén Irala zu entkommen.

Die paraguayischen Behörden haben einen Verdächtigen im Zusammenhang mit dem Angriff festgenommen, der sich derzeit in Untersuchungshaft befindet, und fahnden nach einem weiteren Verdächtigen. Allerdings gibt es Anzeichen dafür, dass die Ermittlungen auf einen gewöhnlichen Raubüberfall reduziert werden könnten, ohne den möglichen Zusammenhang mit Rubén Iralas Aktivitäten zur Verteidigung der Menschenrechte oder die früheren Drohungen, die er erhalten hat, zu berücksichtigen. Rubén Irala steht derzeit unter dem Schutz der örtlichen Polizei, doch kann dieser Schutz jederzeit einseitig aufgehoben werden, da es in Paraguay kein Schutzsystem für Menschenrechtler gibt.

Paraguay muss ein sicheres und förderliches Umfeld für Menschenrechtsverteidiger gewährleisten, um Angriffe auf sie zu verhindern, sie zu schützen, wenn sie in Gefahr sind, und sicherzustellen, dass alle Angriffe unverzüglich, gründlich, unabhängig und unparteiisch untersucht werden. Dazu gehört auch eine Prüfung, ob die Angriffe mit ihrer Menschenrechtsarbeit in Zusammenhang stehen.

>>> Bitte helfen Sie dabei mit, indem Sie sich am Online-Appell von Amnesty International beteiligen, den Sie über folgenden Link erreichen: https://www.amnesty.de/mitmachen/urgent-action/paraguay-umweltschuetzer-Rubén-Irala-angegriffen