ARBEITSKREIS MENSCHENRECHTE (AKM)
◆ Working Group for Human Rights ◆

NIGERIA: Christliche Schülerin entführt

Quelle: Hoffnungszeichen e.V., www.hoffnungszeichen.de 

Es war der letzte Schultag im März 2020 in Pampaida, Bezirk Ikara, als Joy Dankaka verschwand. Einen Tag später schlossen die Schulen im Bundesstaat Kaduna aufgrund der Corona-Pandemie. Die 16-jährige Schülerin aber kam nicht zuhause an. Die Eltern suchten sie überall. Dann kam die Nachricht, dass Joy entführt wurde: Der oberste Imam Hamza Bello halte sie fest. Die Eltern wollten ihre Tochter zurückholen, man verweigerte ihnen jedoch den Zugang. Ihnen wurde ausgerichtet, Joy sei zum Islam übergetreten und nun Teil einer muslimischen Familie. Parallel schickte Joy ihren Eltern einen Hilferuf per SMS, sie habe Angst um ihr Leben.


Entführt, islamisiert, zwangsverheiratet

Zahlreiche Mädchen werden im Norden Nigerias gegen ihren Willen festgehalten: Die christliche Organisation Hausa Christian Foundation (HAFCO) kennt derzeit drei Fälle; 13 andere Mädchen habe man retten können. Den Entführten droht Islamisierung und Zwangsverheiratung. In Joys Fall sind zwar Anwälte eingeschaltet, doch die Gerichte sind aktuell geschlossen. Auch werde niemand für diese Verbrechen angeklagt, so die HAFCO. Von ähnlichen Fällen aus der Vergangenheit berichtet auch die christliche Hilfsorganisation Open Doors. Teilweise geschehe es sogar „mit aktiver Duldung“ der regierenden Emire, der traditionellen lokalen Führer.

Erst im Januar ermordete die Terrorgruppe Boko Haram einen entführten Pastor aus der Nähe von Chibok. „Grausam, unmenschlich und brutal“ sei diese Tat, so Präsident Muhammadu Buhari. Doch die Regierung scheint machtlos. Schon vor sechs Jahren hatten Islamisten die Gemeinde des Pastors angegriffen und 276 Mädchen verschleppt. Über 100 werden noch heute vermisst, erklärt die Menschenrechtsorganisation Amnesty International. Jetzt griffen die Terroristen die Stadt erneut an.

Die Situation verschlechterte sich seit Dezember 2019 mehr und mehr: „Jeden Tag werden unsere Brüder und Schwestern auf der Straße abgeschlachtet“, berichtet Joseph Bature Fidelis  im Januar in einem Video an das katholische Hilfswerk Kirche in Not. Der nigerianische Pfarrer bittet darin die europäischen Regierungen um Hilfe. Ohne Unterstützung aus Europa „riskieren wir die Vernichtung“, warnte er.


>>> Die Christen in Nigeria brauchen unsere Hilfe: Bitte setzen Sie sich für die Freilassung von Joy Dankaka und all der anderen Geiseln ein, indem Sie das nachfolgende Schreiben kurzfristig an die genannten Stellen schicken und/oder sich an der Online-Petition von Hoffnungszeichen e.V. beteiligen, die Sie unter folgendem Link erreichen: https://www.hoffnungszeichen.de/engagieren/protestieren/nigeria-christliche-schuelerin-entfuehrt 


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Seine Exzellenz
Präsident Muhammadu Buhari
℅: Botschaft der Bundesrepublik Nigeria
Neue Jakobstr. 4
D-10179 Berlin

Fax: 030 - 21 23 02 12
E-Mail: info@nigeriaembassygermany.org 



Your Excellency,

I was horrified to learn about the abduction of 16-years-old Christian schoolgirl Joy Dankaka on March 23, 2020. Her family, who lives in the state of Kaduna, fears that she will be forced into marriage. Meanwhile, lawyers have intervened, but the kidnappers are not willing back down. 

I politely ask you to do everything in your power to allow Joy Dankaka to return to her family. Many other people, notably young girls who have been kidnapped in Nigeria because of their Christian faith, also need help. Please continue to campaign for religious freedom in Nigeria.


TRANSLATION  / ÜBERSETZUNG


Entsetzt habe ich durch Medienberichte von der Entführung der 16-jährigen Schülerin Joy Dankaka am 23. März 2020 erfahren. Ihre im Bundesstaat lebende Familie befürchtet, dass das Mädchen zwangsverheiratet werden soll. In der Zwischenzeit wurden Anwälte eingeschaltet, aber die Entführer sind nicht bereit, nachzugeben.

Ich bitte Sie höflich, alles in Ihrer Macht Stehende zu tun, damit Joy Dankaka zu ihrer Familie zurückkehren kann. Auch viele andere Menschen, vor allem junge Mädchen, die auf Grund ihres christlichen Glaubens in Nigeria entführt wurden, brauchen Hilfe. Bitte setzen Sie sich weiterhin für die Religionsfreiheit in Nigeria ein.

Yours respectfully / Hochachtungsvoll




KOPIEN:

>>> Auswärtiges Amt, Berlin, Fax: 03018-17-3402, E-Mail: buergerservice@diplo.de 
  
>>> Deutscher Bundestag, Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Vorsitzende: Frau Gyde Jensen, Fax: 030-227-36051, E-Mail: gyde.jensen@bundestag.de