SUDAN / VEREINIGTE ARABISCHE EMIRATE: Folter und Massaker an der Zivilbevölkerung
Quelle: Aktion der Christen für die Abschaffung der Folter, www.acat-deutschland.de
Die UNO-Untersuchungskommission zum Sudan sieht deutliche Anzeichen, dass im Sudan die Rebellenarmee RSF (Rapid Support Forces) einen Völkermord begeht. Die Einschätzung bezieht sich auf Vorkommnisse in und um El Fasher, Provinzhauptstadt von Nord-Darfur, insbesondere im Zuge der Eroberung der Stadt nach 18-monatiger Belagerung. Die Rebellen würden gezielt nach Angehörigen der Ethnien Zaghawa und Fur suchen und an ihnen gezielt Verbrechen wie Folter, Vergewaltigung und Mord verüben.
Seit April 2023 wird der Sudan von einem extrem brutalen Bürgerkrieg erschüttert. Nachdem sich im Oktober 2021 das Militär zurück an die Macht geputscht hatte, kam es zum Kampf zwischen den Generälen Burhan und Daglo (Hametti) um die Herrschaft.
Beiden Konfliktparteien werden schwerste Menschenrechtsverletzungen vorgeworfen. Trotz Bekundungen, Frieden anzustreben, gehen die Kämpfe und die Eroberungen durch die RSF weiter.
Noch immer ist auch der Verbleib des verschwundenen Menschenrechtsverteidigers und humanitären Helfers Al-Fadil Ismail Adam Abdelbari unbekannt. Am 5. November 2025 wurde er von der RSF verhaftet. Die Festnahme ereignete sich gegen 5 Uhr nachmittags auf dem Markt von Zalingei im Zentrum von Darfur, in der Nähe seines Ladens bei der großen Moschee. Er wurde zur Geheimdiensteinrichtung nach Karank gebracht und dort verhört, bevor er am selben Tag ins Zentralgefängnis von Zalingei überstellt wurde. Am 18. November war er laut Front Line Defenders (FLD) weiter ohne Anklage und ohne Zugang zu Garantien für ein ordnungsgemäßes Verfahren sowie ohne eine öffentliche Erklärung inhaftiert. Dies ist eine klare Verletzung seines Rechts auf Freiheit und persönliche Sicherheit, sowohl nach sudanesischem wie auch nach
internationalem Recht.
Immer wieder wird deutlich, dass die RSF aus dem Ausland mit modernsten Waffen einschließlich Drohnen versorgt wird. Besonders gegen die Vereinigten Arabischen Emirate (VAE) wurden von Medien, Politikern in den USA und NGOs wiederholt Vorwürfe erhoben, die RSF militärisch auszurüsten und dafür z.B. große Mengen Gold aus von den Rebellen kontrollierten Gebieten zu erhalten.
In jedem Fall verfügen die VAE über Einfluss auf die RSF. Daher könnte ein Appell an das Staatsoberhaupt der Vereinigten Arabischen Emirate, sich für die Freilassung des Gefangenen einzusetzen, hilfreich sein.
>>> Bitte helfen Sie mit, indem Sie das nachfolgende Schreiben kurzfristig an die genannten Stellen schicken.
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Sheikh Mohamed bin Zayed Al Nahyan
Präsident der Vereinigten Arabischen Emirate
c/o: Botschaft der Vereinigten Arabischen Emirate
Hiroshimastraße 18 - 20
D-10785 Berlin
E-Mail: berlinemb.amo@mofaic.gov.ae
Ihre Hoheit,
der äußerst brutale Krieg im Sudan und insbesondere die Verbrechen der Rebellenarmee RSF (Rapid Support Forces) erfüllen mich unverändert mit größter Sorge. Die Untersuchungskommission der UNO zum Sudan sieht deutliche Anzeichen, dass die RSF einen Genozid begeht.
Auch die willkürliche Inhaftierung des Menschenrechtsaktivisten Al-Fadil Ismail Adam Abdelbari durch die RSF seit dem 5. November 2025 beunruhigt mich weiterhin.
Der Aktivist wurde gegen 5 Uhr nachmittags auf dem Markt von Zalingei verhaftet und nach einem Verhör ins Zentralgefängnis von Zalingei überstellt. Noch immer ist er ohne Anklage und Garantien für ein ordnungsgemäßes Verfahren sowie ohne öffentliche Erklärungen der RSF in Haft.
Ich möchte die an Ihre Hoheit gerichteten Gesuche erneuern und bitte Sie, die RSF zu einer humanen Behandlung und zur sofortigen, bedingunglosen und dauerhaften Freilassung zu bewegen.
Gleichzeitig bitte ich Sie um Benachrichtigung, ob die Vereinigten Arabischen Emirate bereit sind, mit der internationalen Gemeinschaft dafür zu sorgen, dass die folternde und vergewaltigende RSF von Waffenlieferungen sowie vom Handel mit Gold und anderen Rohstoffen ausgeschlossen wird.
Ich appelliere an Sie, die RSF aufzufordern, dass sie alle im Oktober 2025 aus der Klinik in El Fasher Entführten freilässt, die Belagerung von Städten und Dörfern beendet, sich an das humanitäre Völkerrecht hält und der Zivilbevölkerung uneingeschränkten Zugang zu Hilfslieferungen ermöglicht.
Hochachtungsvoll
KOPIEN:
>>> Auswärtiges Amt, Werderscher Markt 1, D-10117 Berlin, E-Mail: buergerservice@diplo.de
>>> Beauftragter der Bundesregierung für Menschenrechtspolitik und humanitäre Hilfe, Dr. Lars Castellucci, E-Mail: menschenrechtsbeauftragter@diplo.de
>>> Deutscher Bundestag, Ausschuss für Menschenrechte und Humanitäre Hilfe, Platz der Republik 1, D-11011 Berlin, E-Mail: menschenrechtsausschuss@bundestag.de


